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Ein virtueller Gang durch 500 Jahre jüdische Geschichte

Artikel von Wilhelm Meyer - Oeffentlicher Anzeiger 24.10.2018

Ein virtueller Gang durch 500 Jahre jüdische Geschichte

Andreas Ott stellt Odernheimern seine Forschung vor

Der Arbeitskreis Odernheimer Geschichte(n) hatte zu einer Abendveranstaltung über die Geschichte der Odernheimer Juden eingeladen. So berichtete Andreas Ott über seine Forschungen über das jüdische Leben in den vergangenen 500 Jahren in seiner Heimatgemeinde. Denn Ott hat seine Nachforschungen auch zu Papier gebracht und bringt ein Buch heraus.

Schon im Jahr 1349 - als Odernheim das Stadtrecht erhielt – gibt es im Zusammenhang mit Pestpogromen Hinweise auf die jüdische Bevölkerung im Ort am Glan. Und ein Dekret Königs Ruprecht III. gestattete der Stadt Odernheim im Jahr 1403 die Aufnahme von Juden. So gebe es deutliche Hinweise auf jüdisches Leben im Ort weit über die von Ott betrachteten 500 Jahre hinaus. „Aktenkundig jedoch wird jüdische Geschichte Odernheims ab dem Jahr 1462“, berichtete er.

So sei es am 18. November 1462 dem Juden Etzing gestattet worden, sich für fünf Jahre in Odernheim niederzulassen, berichtete Ott von einer ersten ausgewerteten Urkunde, die auch einen Namen enthalte. Von da an bis zur Vertreibung oder der Deportation der letzten Juden im Nationalsozialismus habe er fast 500 Jahre einer abwechslungsreichen, oft befruchtenden Zeit betrachtet. Und dies wollte der Historiker an diesem Abend neu in das Gedächtnis der Odernheimer zurückbringen.

Großen Hilfe, so berichtete Ott, habe er auch von den Mitstreitern der Odernheimer Geschichte(n), vor allem Hans Lahm, erhalten. Er habe mit seiner Übung geholfen, die Handschriften lesbar zu machen oder auch den Sinn alter Formulierungen einzuschätzen. Vor allem jedoch habe Lahm den Grundstock der Unterlagen aus dem Odernheimer Archiv herausgesucht. Ausgehend von diesen Funden habe man sich auf die Suche in die Archive des Landes und darüber hinaus begeben.

„Eine überwältigende Fülle von Akten haben wir in den gut drei Jahren aufgespürt, gesichtet und dokumentiert“, sagte Ott. Eine so überwältigende Fülle, dass anerkennende Zweifel im Publikum laut wurden. Doch Ott konnte auch von manchem glücklichen Fund berichten. „Auch und vor allem Beharrlichkeit war gefragt“, erklärte der Forscher. So erreichte Ott irgendwann die Nachricht, dass das Odernheimer Urkataster von 1843 im Landesarchiv in Speyer gefunden wurde. Drei handgeschriebene Folianten mit mehr als 2000 Seiten, auf denen Grundbesitz der Odernheimer und die daraus sich ergebende Grundsteuer aufgelistet sind. „Erst damit war es möglich, die Häuser und Wohnungen zu benennen, in den zu eben der Zeit die jüdischen Mitbürger Odernheims lebten“, schilderte Ott. So stellte er an einem alten Stadtplan einen virtuellen Gang durch das Odernheim Mitte des 19. Jahrhunderts vor.

Vieles jedoch sei auch unwiederbringlich verloren, sagte der Heimatforscher. Eine Bombennacht im Zweiten Weltkrieg habe in Kaiserslautern die Spuren über die Gestalt des Lebens der Odernheimer jüdischen Gemeinde vernichtet. Doch vieles lasse sich durch andere Informationen oder Zeugnisse zumindest teilweise rekonstruieren. So wisse man jetzt nicht allein, dass es eine Odernheimer Synagoge gab, sondern auch wo sie lag. Denn am 8. März 1898 wurde sie infolge des Brandes einer benachbarten Scheune zerstört und nicht wieder aufgebaut. Hatten andere Orte um die Jahrhundertwende noch jüdischen Lebens, war in Odernheim der Zenit schon überschritten. Schon 1869 belegt eine Rechnung des Staudernheimer Joseph Mayer, dass die jüdische Kultusgemeinde Odernheim Hilfe anforderte, um ihren Gottesdienst abzuhalten.

Dass der 9. November 1938 in Odernheim fast ohne Zerstörungen verlief, habe an einem Todesfall im Nachbarhaus der einzig in Odernheim verbliebenen jüdischen Familie gelegen, sagte Ott: „Man wollte die Trauer dieser Nachbarn nicht stören.“

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